09.02.2021
Not wenden

Der Kindernothilfefonds, eine Einrichtung der Kreisdiakoniestellen Arnstadt und Ilmenau, erhielt kürzlich eine Spende von 1.000 Euro. Überwiesen wurde der Betrag durch das Unternehmen STOCKMEIER Chemie (Bielefeld), das voriges Jahr 100 Jahre alt wurde.

Dazu Laura Voges, Leiterin für Marketing und Kommunikation des Unternehmens: „Eigentlich wollten wir dieses bedeutende Jubiläum groß feiern. Corona hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Stattdessen habe man sich entschieden, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen und 100 x 1.000 Euro für gemeinnützige Organisationen und Projekte zur Verfügung zu stellen, die aufgrund von Vorschlägen der Mitarbeiter*innen ausgewählt worden seien – darunter auch der Kindernothilfefonds Arnstadt-Ilmenau.

„Wir sind sehr froh darüber und auch ein bisschen stolz darauf, dass es uns gelungen ist, uns erfolgreich für diese Spende zu bewerben“, meint Annekathrein Schlegel. Von der Spendenaktion erfahren habe sie über persönliche Kontakte. „Gerade in diesen unsicheren Corona-Zeiten brauchen wir jeden Euro, um in Not geratenen Familien zu helfen“, fügt sie hinzu.

Die Sozialpädagogin leitet die Kreisdiakoniestelle Arnstadt und freut sich: „Kirche hat einen Vertrauensvorschuss bei vielen Leuten. Durch diesen Einsatz für in Not Geratene wird sie erlebbar.“ Sie macht allerdings auch klar, dass man kein Geld zu verschenken habe, jedoch: „Durch die Pandemie kommen plötzlich auch Solo-Selbständige zu uns, die nicht mehr aus noch ein wissen.“

Schlegel legt, ebenso wie ihre Kollegin Yvonne Bamberg in Ilmenau, den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die umfassende Beratung Betroffener. „Und dazu gehört zunächst einmal vor allem: geduldig zuhören“, weiß die 55Jährige, die die Stelle seit 1999 innehat. Doch ebenso sieht sie es als ihre Aufgabe, das Thema Kinderarmut im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und weiß: „Da bleibt noch viel zu tun.“

Hintergrund:

Der Kindernothilfefonds existiert seit 2007 und wird verantwortet durch die Kirchenkreis-Diakoniestellen Arnstadt und Ilmenau, deren Träger das Marienstift Arnstadt ist. Auslöser für die Gründung war ein Gottesdienst in der Bachkirche Arnstadt unter dem Motto „Wenn Kinderarmut Mauern baut“. Die Kollekte des Gottesdienstes legte den finanziellen Grundstock für die Arbeit des Fonds.

Zielgruppe des Fonds sind Familien mit Kindern, die sich in einer finanziellen Notlage befinden und denen anderweitig durch staatliche Stellen kurzfristig nicht geholfen werden kann. Betroffene können sich an die Kreisdiakoniestellen in Arnstadt und Ilmenau wenden, die eng mit den zuständigen staatlichen Stellen (Jugendamt, Sozialamt usw.) zusammenarbeiten. Ein Spendenbeirat prüft die Anliegen und zahlt bei Bedarf einmalig maximal 200 Euro je Familie aus.

Die Spenden für den Fonds stammen von Kirchengemeinden und Privatpersonen, aber auch von Behörden, politischen und gesellschaftlichen Akteuren, Arztpraxen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen; manche unter den Spendern tragen schon seit vielen Jahren zum Kindernothilfefonds bei.

Hinweis: Die Kreisdiakoniestelle bleibt auch während des Corona-Lockdowns geöffnet! Infos hier:

https://www.kirchenkreis-arnstadt-ilmenau.de/arbeitsbereiche/diakonie/kirchenkreis-diakonie/