11.04.2019
Paradies für immer

An diesem Wochenende werden wir wieder die Uhren umstellen. Das betrifft die Uhren, die uns die Zeit anzeigen und danach auch die inneren Uhren.

Am Sonntag können wir dann verträumt und mit Schlaf in den Augen erwartungsvoll in den Sommer starten. Es locken längere Abende und hellere Tage, die wir uns so sehr wünschen.

Die Zeitumstellungsexperten überlegen seit einigen Jahren, wie sie uns alle glücklich machen können. Sollte die Sommerzeit nicht das ganze Jahr über gelten? Sommer wie Winter, Jahr für Jahr, ein ganzes Leben lang soll das Leben leicht und unbeschwert sein. Kein Bibbern vor Kälte, keine Schnupfennasen, keine dicke unbequeme Winterkleidung, keine ewig dunkellangen Nächte mehr! Nein, nach der Arbeit direkt hinaus ins Freie, hinaus ins pralle Leben!

Die Fahrt in den Süden könnte man sich glatt sparen. Der ewige Sommer, der nie vergeht, das ist so etwas wie die Vorstufe zum Paradies. Sommer für immer- ist die Parole! Es klingt wie ein Schlachtruf. Warum noch zögern?

Leider sagt uns unser Verstand, dass die Tage nicht dadurch länger, schöner und sinnvoller werden, dass man die Zeiger der Uhr in eine andere Stellung bringt. Eine neue Zeit bricht dadurch nicht an. Es wäre auch zu einfach gewesen: Einfach am Rädchen drehen und mein Leben wird schön.

Da lohnt es sich vielleicht doch eher am „inneren“ Rädchen zu drehen und das eigene Leben neu auszurichten und mit der Zeit zu rechnen, die Gott uns jeden Tag schenkt. Es bleiben in jedem Fall 24 Stunden für einen erfüllten Tag, für Action, für Pausen, für versöhnende Worte, für Lob und Ansporn zum Bessermachen, für Sonnenauf- und Untergänge, dafür, dass unser Herz weit und der Himmel hoch wird und dass wir alles was kommt, aus Gottes Hand annehmen können.

Pfarrer Kersten Spantig, Geraberg.