Judenhass und Widerstand

Noch bis Mittwoch, 14.11.18 läuft im Landeskirchenamt der EKM (Erfurt, Michaelisstraße 39) eine interaktive Wanderausstellung mit dem Titel „Gelebte Reformation – Die Barmer Theologische Erklärung“.
 

Die „Barmer Theologische Erklärung“ war 1934 als Protest gegen die Gleichschaltung und Instrumentalisierung der Kirche unter dem NS-Regime verabschiedet worden. Die Ausstellung kann von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr besichtigt werden.Der Eintritt ist frei. Für Schulklassen und Jugendgruppen gibt es museumspädagogische Angebote.

„Die Erklärung fordert zu Bekenntnis und Widerstand auf“, erklärt Dr. Friederike Spengler, Organisatorin der Ausstellung. „Noch heute haben die sechs Thesen prägenden Einfluss. Sie ermutigen, Stellung zu aktuellen Fragen und Problemen auch in unserer Gesellschaft zu beziehen. Die Ausstellung verschweigt dabei nicht die Kritik an den Thesen von damals wie die fehlende eindeutige Stellungnahme zum Umgang mit den Juden. Die EKM hat sich in ihrer Verfassung als bekennende Kirche verpflichtet, den Erkenntnissen des Kirchenkampfes immer wieder zu Geltung und Recht zu verhelfen. Mit dieser Ausstellung bringt sie ein wichtiges Zeugnis für Courage neu ins Gespräch“, betont Spengler.

Die Wanderausstellung mit einer Fläche von 100 Quadratmetern bietet aussagekräftige Objekte, Dokumente und Texte, interaktive Elemente, den Einsatz von Ton- und Filmdokumenten sowie multimediale Angebote. Sie lädt dazu ein, Inhalte auf spielerische Weise zu entdecken, zu begreifen und zu reflektieren und sich mit Fragen zu beschäftigen, wie:

  • Welche Orientierung gibt der Glaube für das Leben in der Gegenwart?
  • Wie verhalten wir uns heute in unserem Land, wenn Menschen wegen ihrer Nationalität, Religion, Kultur oder ihrem Geschlecht zur Zielscheibe von Angriffen werden?
  • Wie ist Toleranz möglich, ohne beliebig zu sein – und welche Rolle spielt Kirche in diesem Diskurs?


Für Schulklassen wird nach Voranmeldung eine 15-minütige Einführung angeboten. Danach können sich die Schülerinnen und Schüler allein auf den Weg durch die Präsentation machen. Es gibt auch Materialien für den Unterricht.

Kontakt: Dr. Friederike Spengler, 0361-51800-102, friederike.spengler@ekmd.de.

Hintergrund:
Im Nationalsozialismus versuchten die „Deutschen Christen“ die protestantische Kirche und den Staat gleichzuschalten. Damit mussten auch alle Pfarrer ihre arische Abstammung nachweisen. Im Mai 1934 gründeten evangelische Christen aus ganz Deutschland als Protest in Wuppertal-Barmen die „Bekennende Kirche“ und verabschiedeten die „Barmer Theologische Erklärung“.

Weitere Informationen im Internet: www.barmen34.de