11.11.2016
Motetten und Madrigale

Am Sonntag, 13.11.16 um 17 Uhr lädt die evangelische Kirchengemeinde Ilmenau zum Vokalkonzert in die Ilmenauer Jakobuskirche ein. Dargeboten werden Werke von Henry Purcell und Giovanni da Palestrina, kontrastiert mit Orgelmusik von Paul Hindemith und Joonas Kokkonen.


Die Ausführenden sind das Vokalensemble St. Jakobus, ein Blechbläserensemble mit historischen Instrumenten, André Kassel - Truhenorgel und Thomas Landes - Gambe. Hans-Jürgen Freitag hat die Leitung des Konzerts und spielt die große Walcker-Orgel.

Henry Purcell (1659-1695) war neben Händel der bedeutendste englische Komponist des Barock, bekannt durch Werke wie „The Fairy Queen“ oder „Dido and Aeneas”, in denen er seine eigene, hochexpressive, typisch englische Tonsprache entwickelte. Drei Motetten von ihm zu Beginn vertonen die neutestamentlichen Texte “Magnificat” (Lobgesang der Maria) und “Nunc dimittis” (Lobgesang des Simeon) sowie den Psalm “Mein Gott, wie lang willst du mein so gar vergessen?”.

Die “Funeral Music of Queen Mary”, ebenfalls drei Motetten mit den Instrumentalsätzen „March” und „Canzona” für Blechbläser, bildet den Rahmen zum Schluss des Konzerts. Die Dialektik von Meditation über die Vergänglichkeit und Hoffnung auf Gott bilden das Thema der Trauermusik sowie des gesamten Konzerts. Giovanni Pierluigi da Palestrinas (ca. 1525-1594) „Missa Brevis” atmet Perfektion und Vollendung. Sie steht für das Ende einer ganzen Epoche. Die Aufklärung, die Entdeckung des Individuums, der Ausdruck von Schmerz und Freude - im Barock zentrales Thema der Musik - spielen hier noch keine Rolle. Der bedeutendste Komponist der Spätrenaissance schuf hier ein Abbild von Gottes Herrlichkeit. Palestrinas perfekter Kompositionsstil wird noch heute an Musikhochschulen gelehrt.

Die Aufführung der Messe mit Chor und den Instrumenten, die gerade verfügbar sind, hier Blechbläser, Gambe und Orgel, entspricht der Praxis der damaligen Zeit. Die Palestrina-Messe wird konterkariert durch moderne Orgelmusik. In Paul Hindemiths (1895-1965) 1. Orgelsonate (von 1937) lassen sich sowohl Elemente des frühen Bilderstürmers als auch der abgeklärte Tonsetzer entdecken; Joonas Kokkonen (1921-1996) komponierte sein „Lux Aeterna per Organo”, um die Ruhe und Erhabenheit des ewigen Lichtes darzustellen. Den Zuhörer erwartet ein Konzert mit großartiger kammermusikalischer Musik, das die Trauer zwar thematisiert, ihr aber nicht das letzte Wort überlässt: Musik, die die widrige Welt nicht schönredet, sondern überwindet und über sie hinausweist.

 

Eintrittskarten zu 12 €, ermäßigt 9 € sind in der Ilmenau-Information, im evangelischen Pfarramt und an der Abendkasse erhältlich.