Jüdische Vielfalt

Jüdisch-Sein als Gratwanderung? – Foto: Ziv Koren (Israel). Vergrößern
Jüdisch-Sein als Gratwanderung? – Foto: Ziv Koren (Israel).

(10.11.2017) — Programmheft/ rb.

Noch bis 18.11.17 finden die diesjährigen 25. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur statt. In Arnstadt und Ilmenau sind sie mit Konzerten und dem Vortrag eines ARD-Korrespondenten zu Israel vertreten.


Hier finden Sie die Veranstaltungen im Kirchenkreis:


Aus dem Editorial des Programmhefts:

 

Im Reigen der drei Kulturprojekte, die in Thüringen alljährlich in der zweiten Jahreshälfte stattfinden und in deren Zentrum die Begegnung mit jüdischer Kultur steht, haben die Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur die weitaus längste Tradition. Wenn man die Anzahl der beteiligten Orte, der Veranstalter und Mit- veranstalter sowie die Zahl der Angebote zugrunde legt, sind die Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur in diesem Jubiläumsjahr das größte und umfangreichste Kulturprojekt im Freistaat.

Aber es geht nicht um "höher, schneller, weiter". Der Yiddish Summer Weimar, die Erfurter ACHAVA-Festspiele und die Kulturtage haben ihre jeweils eigenen, unverwechselbaren Profile. Und die Besucherzahlen belegen, dass gerade in dieser Zeit verstärkter Diskussionen um Religionsfreiheit, Minderheiten und um die Frage "Was gehört zu Deutschland?" derartige Projekte immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat gezeigt: 81 Prozent der Deutschen würden die Geschichte der Judenverfolgung gern "hinter sich lassen". Innerhalb der Kulturtage gibt es neben den Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Pogromnacht 1938 vielfältige thematische Verknüpfungen zu diesen Entwicklungen: Andrea von Treuenfeld beschreibt in ihrem Buch "Die Erben des Holocaust", wie die Kinder von Überlebenden der Shoa mit den Traumata ihrer Eltern umgehen; Niklas Frank, der Sohn von Hans Frank, dem "Schlächter von Polen", berichtet, "wie skandalös und komisch" sich Mitglieder und Nutznießer der NSDAP in der Zeit der "Entnazifizierung" von Schuld und Verantwortung reinwuschen. Und in mehreren Veranstaltungen wird erneut daran erinnert, dass die Verbrechen der Nazi-Diktatur keine leblosen Lehrbuchstoffe sind, sondern auch vor der "eigenen Haustür" stattgefunden haben.

Wenn man Antisemitismus thematisiert, drängt sich auch die Frage nach unserem Verhältnis zum Staat Israel auf. Die moderne israelische Gesellschaft mit ihren vielfältigen kulturellen Wurzeln und aktuellen Entwicklungsprozessen stellt wiederum einen Schwerpunkt im Projekt dar. Teilweise sehr kontroverse Sichten laden dabei zum Diskurs ein.

An dem Projekt beteiligt sind namhafte Künstler wie Ilja Richter, Ben Becker, Matthias Brenner, Marianne Sägebrecht... Thüringer Theater zeigen Inszenierungen von Stücken so bedeutender jüdischer Autoren wie Franz Kafka, Kurt Weill, Leonard Bernstein, George Tabori. Zwei sehr unterschiedliche Bibel-Adaptionen vom Deutschen Nationaltheater Weimar und vom Theater Rudolstadt oder Ben Beckers Soloabend "Ich, Judas. ‚Einer unter euch wird mich verraten‘" führen an die Wurzeln jüdisch-christlicher Glaubenstraditionen und die Fotoausstellung "Der Ursprung" zeigt heilige Stätten der drei abrahamitischen Weltreligionen in Israel.

Auch auf heitere Unterhaltung wird nicht verzichtet. Michael Trischan, vor allem bekannt als Hans-Peter Brenner in der Fernsehserie "In aller Freundschaft" erzählt jüdische Witze und Shahak Shapira, nach eigenen Angaben "Satiriker, ‚Künstler‘, Sex-Symbol und trotzdem irgendwie auch Jude" zeigt in einer exklusiven Voraufführung sein neues Programm "German Humor".

Aktionstage, die sich insbesondere auch an Kinder und Jugendliche wenden, ermöglichen auf unterschiedliche - oft spielerische - Weise eigenes Handeln. Hierzu gehört u.a. das deutsch-israelische Chorprojekt "Earth People", in dem sich jüdische und arabische Jugendliche aus Israel in fünf Thüringer Städten mit deutschen Schülern zum Gedankenaustausch und zum gemeinsamen Musizieren treffen.

Programm (PDF mit 4,7 MB) im Download-Bereich:


 

 


 

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Losung & Lehrtext

20.11.2017
Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes. Jesus sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.
5.Mose 4,2 Lukas 8,21

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