Richtig prüfen
In dem Dorf Elend im Oberharz steht die kleinste Holzkirche Deutschlands.
Ein wunderbares Kleinod, welches in Sichtweite zur Bundesstraße architektonisch beachtenswert ist. Dieses Gebäude, zusammen mit dem Ort an sich, ist jedoch auch ein Beweis dafür, dass nicht immer der „Name Programm“ ist.
Das Jahr ist schon weit fortgeschritten und die Jahreslosung, die als Bibelvers sozusagen als Jahresüberschrift für viele Christen fungiert, vielleicht etwas in Vergessenheit geraten. Sie lautet „Prüft alles und behaltet das Gute.“ (1.Thessalonicher 5, 21).
Dinge, Aussagen, Gegebenheiten etc. zu prüfen ist anstrengend, oft zeitaufwändig und kostet Kraft. Gott fordert uns mit diesem Vers heraus. Wenn wir ihn ernst nehmen wollen, müssen wir täglich alles Gehörte, Gelesene, Gesagte hinterfragen. Gott gibt uns den Auftrag nicht alles zu schlucken. Egal aus welchem politischen Lager es kommt, egal welche Zeitung es abdruckt, egal welcher Fernsehsender es ausstrahlt und egal welcher Influencer es aus unserem Smartphone an uns richtet.
Gott sagt, dass wir alles prüfen sollen, um dann zu entscheiden, ob es gut oder schlecht für uns ist. Ob es hilfreich für unser Leben ist. Ob es unser Leben liebevoller, lebenswerter macht. Nach welchem Maßstab sollen wir prüfen? Na klar, nach seinem göttlichen, nicht nach unserem menschlichen. Dafür hat er uns die Bibel geschenkt.
Gott sagt nicht, prüfe nichts von XY, weil mein Nachbar sagt, der gehört zum falschen Lager. Er sagt vielmehr: Prüfe, WAS gesagt wird. Er fordert uns täglich heraus, uns unser eigenes Bild zu machen. In der Apostelgeschichte 5, 29 heißt es: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“
Ein Ort namens Elend? Klingt nicht vielversprechend, der ist doch sicher keine Reise wert. Eine kurze Suche im Internet - und der Tagesausflug in den Oberharz könnte geplant sein. „Prüft alles und behaltet das Gute.“
Franziska Foit, Gemeindepädagogin in Angelhausen-Oberndorf