Der Glaube hilft
„Heute morgen habe ich kalt geduscht, und jetzt fühle ich mich richtig lebendig.“
„Ich brauche meine Kaffeepause.“
„Mit 50€ mehr im Monat könnte ich mir dieses Auto leisten, das ich so gern hätte.“
„Es ist schön, wenn ich mit meinem Bruder telefoniere.“
Es ist gut, zu erzählen, was einem hilft, was man braucht, was einem gut tut. Nicht, was theoretisch irgendwann mal in der Zukunft was ändern würde, nach der nächsten Wahl, oder gesamtgesellschaftlich, oder „für alle“. Was hilft Ihnen, Ihnen direkt? Wenn wir das mit andern teilen, dann denken wir manchmal überhaupt erst darüber nach, was uns gut tut.
Dann suchen wir die Probleme auch nicht bei andern, sondern gucken, was wir tun können, damit es uns besser geht. So manches Mal entdecken wir dabei vielleicht Dinge, die wir noch gar nicht über uns selbst wussten. Und obendrauf erfahren andere, was uns gut tut und können uns dabei überhaupt helfen. Und dazu noch zusätzlich können sie es sich vielleicht sogar abgucken! Das hilft denen dann auch.
„Dein Glaube hat dir geholfen“, hat Jesus so einige Male gesagt. Wie oft sagen wir, dass uns unser Glaube hilft? Gerade da braucht es nämlich leider etwas Mut. Besonders natürlich, wenn wir erklären sollen, wie unser Glaube uns hilft.
Jesus macht es sich leichter, und wir dürfen es uns genauso leicht machen. Statt irgendwas zu erklären, genügt es zu sagen, was uns hilft:
”Wie bist du mit dem Tod deiner Mutter zurechtgekommen? Ich habe viel mit meinem Bruder telefoniert – und mein Glaube hat mir geholfen.“
„Wie hast du dich denn getraut, um 50€ mehr zu bitten? Mein Mann hat mir Mut gemacht – und mein Glaube hat mir geholfen.“
„Wie kriegst du es denn hin, am Nachmittag noch so produktiv zu sein? Ich brauche meine Kaffeepause – und mein Glaube hilft mir: Ich vertrau’ darauf, ich bekomme auch heute wieder einen schönen Feierabend.“
Wer Glauben hat, hat eine Hilfe. Das dürfen wir auch sagen.
Conrad Neubert, Pfarrer im Kirchenkreis Arnstadt-Ilmenau